GENOWHEAT

EASTBRED

FFG: Projekt NOVOMALT

FFG-Projekt EURO-BIO

SOLIBAM

GRAINERGY

FFG-Projekt Optidur

ETB 2006-020

Fucomyr

Biozüchtung

FFG Projekt MAS

BARRACCUDA – EU Projekt

Projekte


GENOWHEAT – Genomische Selektion für Türkei, Mittel-und Südosteuropa –
Eureka-Eurostars-Projekt E!6399 (2011-2015)

GENOWHEA Weizen stellt ein Fünftel der menschlichen Ernährungskalorien bereit und ist gleichzeitig die wichtigste Eiweißquelle für den Menschen. Eine Erhöhung des Kornertrages und die Verbesserung der Weizenqualität sind oberste Ziele im Hinblick auf die Deckung des steigenden Bedarfs.

Im Projekt GENOWHEAT wurde ein international ausgerichtetes phänotypisches Selektionsprogramm (siehe Projekt EASTBRED) durch die Entwicklung einer genomischen Selektionsstrategie erweitert. Die Genomische Selektion (GS) revolutionierte bereits die Nutztierzüchtung sowie die Züchtung von Feldfrüchten wie Mais. Expertise vom Institut für Nutztierwissenschaften der Universität für Bodenkultur wurde auf den Weizen transferiert.

Das Ziel von GENOWHEAT war es, robuste, ertragreiche Brot- und Durumweizensorten zu entwickeln, welche die agronomischen Anforderungen der Landwirte in den Zielregionen genauso erfüllen wie die Anforderungen der Müller, der Teigwarenindustrie und der Konsumenten. Das Projekt bediente somit die ganze Produktionskette "vom Feld bis auf den Teller" in Mittel- und Südosteuropa, sowie in der Türkei. Keiner der Projektpartner hätte dieses Ziel alleine erreichen können.

Das Konsortium wurde durch die türkische Firma ProGen Seed Inc. (PG) angeführt, es vereinte profunde Kenntnisse auf dem Gebiet der Pflanzenproduktion, Saatgutproduktion, Züchtung, Qualitätsuntersuchung, molekularen Pflanzenzüchtung, Biometrie und statistischen Genetik. Der Ansatz der genomischen Selektion (GS) wurde zum ersten Mal an der wichtigen Kulturpflanze Weizen im Zielgebiet (Zentral- und Südosteuropa) angewendet, die GS sollte maßgeblich dazu beitragen, genetische Verbesserungen in Form neuer Brot- und Durumweizensorten in möglichst kurzer Zeit zur Marktreife zu bringen.

Im Rahmen des vorangegangenen Eurostars - Projektes "EASTBRED" wurde ein neuer Genpool durch Kreuzung von West-und Mitteleuropäischem mit südosteuropäischem und türkischem genetischen Material entwickelt. Dieses Material diente als Ausgangspunkt von GENOWHEAT. Junges genetisches Material wurde bereits in der Türkei auf abiotische Stressresistenz, allgemeine Adaptation und im besonderen auf Trockenresistenz getestet und gleichzeitig in Österreich auf Krankheitsresistenz, Ertragspotenzial und Produktqualität geprüft. Vorselektierte Linien wurden sodann in einem breiten internationalen Testprogramm in sieben Ländern umfassend "phänotypisiert": das heißt in Feldversuchen auf Robustheit, Ertrag und Qualität getestet.

Dasselbe Material wurde auf molekularer Ebene "genotypisiert". Die Genotypisierung wurde nicht nur für die Entwicklung eines neuen genomischen Selektionsverfahrens verwendet, sondern diente gleichzeitig auch der Bewahrung der genetischen Diversität und dem Schutz des geistigen Eigentums. Als Zusatzeffekt wurde durch die molekulare Charakterisierung die genetische Diversität überprüft und die Einführung zusätzlicher genetischer Diversität gefördert. Durch die Initiierung neuer Kreuzungszyklen wurde im Projekt GENOWHEAT der Grundstein einer langfristigen internationalen Zusammenarbeit zur Entwicklung neuen genetischen Materials gelegt.

GENOWHEAT erhöhte nicht nur die genetische Diversität in Europa, sondern beförderte vor allem die Weiterentwicklung privater kleiner und mittlerer Saatgutunternehmen in mehreren Ländern, wie Ungarn, Rumänien, Kroatien, Serbien und der Türkei. Weiters wurden im Projekt neue wisssenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Weizenzüchtung im allgemeinen, und im speziellen über die Leistungsfähigkeit und Limitierungen der Genomischen Selektion im Hinblick auf ihre praktische Anwendung bei Weizen gewonnen.

Die Zusammenarbeit aller sechs Partner in unterschiedlichen Kombinationen in den sechs Arbeitspaketen erlaubte das direkte Ansteuern unseres Zieles von qualitativ hochwertigen, ertragssicheren und ertragreichen Brot- und Durumweizensorten für Zentral-, Mittel- und Osteuropa, sowie für die Türkei.

Alle Partner profitieren von robusten und qualitativ hochstehenden Sorten, welche den jährlichen Ertrags- und Qualitätsschwankungen entgegenwirken und damit den Landwirten Einkommen sichern.



EASTBRED – Eureka-Eurostars-Projekt E!4321 (2008-2011)

Eastbred Im Eureka-Eurostars-Projekt EASTBRED wurde eine einzigartige und innovative Selektionsstrategie für breit adaptierte Premium-Qualitäts-Winterweizensorten, für Wintergerste und Winterdurumweizen für die Klimaregionen beginnend in Mitteleuropa, weiter entlang der Donau bis zum Schwarzen Meer einschließlich der Türkei. mit den Regionen Thrakien und Zentral-Anatolien, entwickelt. In Vorwegnahme zukünftiger Klimaerwärmung und künftig lokal instabiler werdender Klimabedingungen auch bei uns in Mitteleuropa, wurde Know-how und Genetisches Material aus der Türkei mit genetischem Material aus Österreich, Zentral- und Südosteuropa kombiniert.
Die Partner des Projektes zur Entwicklung einer gemeinsamen Selektionsstrategie kamen aus Österreich, Kroatien und der Türkei, des weiteren wurde Forschungsarbeit in Ungarn und Rumänien geleistet.

Saatzucht Donau (SZD) hat bereits in der Vergangenheit Premium-Qualitätsweizen für Österreich, Ungarn und die Slowakei gezüchtet. Die hervorragende Mahl-und Backqualität unserer Genetik ist vom Markt sehr gewünscht, jedoch viele Linien und Sorten waren zu spät in der Reife und nicht optimal an die Bedingungen in der Türkei angepasst, besonders wenn die extreme Trockenheit in Zentralanatolien in Betracht gezogen wird. Andererseits ist damit zu rechnen, dass die klimatischen Stressfaktoren, welche in der Türkei jährlich vorkommen, aufgrund der Klimaerwärmung auch in Zentraleuropa häufiger werden.

Die Türkei beinhaltet Teile des "Fruchtbaren Halbmonds", das ist die Gegend, in welcher alle drei Ziel-Kulturarten des Projektes EASTBRED den Ausgang ihrer weltweiten Verbreitung genommen haben. Zusammenarbeit mit der Türkei im Rahmen der neuen Selektionsstrategie für Stabilität in Ertrag und Qualität – selbst unter widrigen Umweltbedingungen – erweiterte das potenzielle Zielgebiet unserer Sortenkandidaten. Im Eureka-Eurostars-Projekt EASTBRED E!4321 wurde die Grundlage für neuartiges, breit adaptiertes genetisches Material für die Saatzucht Donau und die Projektpartner für die Zukunft gelegt.

Zahlreiche internationale Sortenzulassungen belegen mittlerweile einen ersten Erfolg des Projektes.




2010-2015 FFG: Projekt NOVOMALT - Sortenentwicklung bei Winterbraugerste als Reaktion auf Klimaveränderungen

Gerste Als Rohstoff für die Brau- und Malzindustrie wird traditionell überwiegend Sommergerste verwendet. Für große Teile Europas sagen Projektionen zum Klimawandel neben vermehrten Herbstniederschlägen und Starkregenereignissen, erhöhte Durchschnittstemperaturen, häufigeres Auftreten von Hitzewellen und Dürren sowie geringere Wasserverfügbarkeit im Frühjahr voraus. Besondere bei Sommergerste, sind deshalb geringere Ernteerträge und stärkere Qualitätsschwankungen zu erwarten. Wintergerste ist davon weniger stark betroffen. Projektziel war daher die Entwicklung von neuen Winterbraugerstensorten, die in ihren technologischen Rohstoff-Eigenschaften modernen Sommerbraugersten gleichzusetzen sind. Um die Vermarktbarkeit der neuen Winterbraugersten zu sichern, dürfen diese auch weder im Ertrag, noch in der Krankheitsresistenz oder sonstigen agronomischen Eigenschaften relevante Nachteile gegenüber Winterfuttergersten aufweisen. Um diese neuen Eigenschaftskombinationen zu entwickeln, wurden klassische Züchtungsverfahren und Feldversuche mit modernen Zuchtmethoden gekoppelt und durch umfangreiche Korn- und Malzqualitätsuntersuchungen ergänzt. Markergestützte Selektionsmethoden wurden weiterentwickelt und die Erzeugung von doppelhaploiden Pflanzen wurde von Antheren- auf Mikrosporenkultur erweitert. Mit MONROE, AXIOMA, WANDA und MINELLI wurden bereits in mehreren Ländern eigene Winterbraugersten zugelassen. Sorten mit noch attraktiverem Ertragsniveau und weiter verbesserten Qualitätseigenschaften sollen folgen.

Für das Projekt NOVOMALT war in der Saatzucht Donau Dr. Herbert Bistrich zuständig.




FFG-Projekt EURO-BIO 2002 bis 2007

Mohnblumen im Biofeld Das Projekt EURO-BIO strebte den Aufbau der führenden Bio-Getreidezüchtung eines wachsenden und umweltbewussteren Europa an. Ziel war die Entwicklung von speziellen Bio-Getreidesorten für den europäischen Markt. Zusätzlich zur konventionellen Züchtung wurde eine Züchtungsschiene für den biologischen Landbau bei Qualitäts -Winterweizen und Qualitäts - Sommerbraugerste etabliert. Die in der Saatzucht Donau vorhandenen Methoden (internationaler Stand der Technik der konv. Züchtung) wurden im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit für die Züchtung im biol. Landbau überprüft. Umfangreiche Feldversuche bereits mit jungem Zuchtmaterial wurden auf mehreren biologisch bewirtschafteten Versuchsflächen in Ober- und Niederösterreich durchgeführt. Der Schwerpunkt von EURO-BIO lag im Erarbeiten neuer Methoden und Methodenkombinationen speziell für die Bio-Züchtung. Dazu wurde intensiv mit der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung (Kooperatives Forschungsinstitut), mit der Universität für Bodenkultur(BOKU) und dem Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau (jetzt BIO Forschung AUSTRIA) kooperiert. Zu Projektbeginn wurden vorwiegend konventionell gezüchtete Sorten im Biolandbau eingesetzt, welche jedoch häufig Mängel in der Konkurrenzkraft gegenüber Ackerunkräutern, in der Stickstoffeffizienz und in der Qualitätsausprägung des Ernteprodukts aufwiesen. In der Vergangenheit beschäftigen sich nur wenige Getreidezüchter europaweit mit Bio-Züchtung. Die Saatzucht Donau hat aufgrund ihres genetischen Materials und ihrer geographischen Lage europaweit beste Voraussetzungen zur Sortenentwicklung für den wachsenden Bio-Getreide-Markt.

Neun von zwölf ausschließlich im Biolandbau getesteten und daraufhin zugelassenen Winterweizensorten in der österreichischen Sortenliste 2013 stammen von der Saatzucht Donau, sieben davon aus vollständig eigener Züchtung. Das Projekt Das FFG – Basisprojekt EURO-BIO war dafür "initialzündend". Weitere Erfolge stellen sich mit unseren BIO-Winterweizensorten in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien.

Für das Projekt EURO-BIO war in der Saatzucht Donau Frau Dr. Franziska Löschenberger zuständig.



SOLIBAM 2010 bis 2014

Solibam Das Ziel von SOLIBAM ist es, neue Ansätze in Züchtung und Anbauverfahren zu entwickeln und miteinander zu verbinden. Angestrebt werden Verbesserungen der Ertragseigenschaften, der Qualität, der Nachhaltigkeit sowie der Stabilität der Sorten von Nutzpflanzen, die an ökologischen Landbau und Low-input Systeme in Europa und Afrika südlich der Sahara angepasst sind.

Die zugrunde liegende Hypothese ist, dass Populationen mit hoher Diversität in den verschiedenen ökologischen und Low-input Systemen anpassungsfähiger sind gegenüber Stressfaktoren und sich deshalb besser an Umweltveränderungen anpassen können.

SOLIBAM Workpackages
  • WP1. Identifizierung von Merkmalen für ökologische/Low-Input Systeme
  • WP2. Identifizierung und Monitoring genetischer Diversität
  • WP3. Erschließen und Verwerten der Diversität für die Züchtung
  • WP4. Erschließen und Verwerten der Diversität für die Anbauverfahren
  • WP5. Vergleich konventioneller und ökologischer Züchtung
  • WP6. Partizipative Pflanzenzüchtung und Pflanzenbau
  • WP7. Züchtungs- und Managementeffekte auf die Pflanzenqualität
  • WP8. Nachhaltigkeitsbewertung von Innovationen
  • WP9. Verbreitung von Informationen, Schulung und Technologietransfer
  • WP10. Projektkoordination und -management
Insgesamt sind an SOLIBAM 23 Partner aus 11 Ländern beteiligt. Saatzucht Donau arbeitet in den Workpackages 3 und 5 mit. Mehr Informationen unter www.solibam.eu.

Für das Projekt SOLIBAM war in der Saatzucht Donau Frau Dr. Franziska Löschenberger zuständig.

Logos



2005-2010 FFG + BMVIT - Energiesysteme der Zukunft: Projekt GRAINERGY - OPTIMIERUNG DER ROHSTOFFBASIS FÜR DIE BIOETHANOLERZEUGUNG

Kooperationspartner Zuckerforschung Tulln / Agrana

Projektziel waren Selektion und Entwicklung von Weizen- und Triticalesorten mit optimierter Rohstoffeignung für die Bioethanolerzeugung unter Mitberücksichtigung von Anbaueigenschaften, Futtermittelqualität der Schlempe und toxikologischen Eigenschaften.

Getreidesorten mit besonderer Eignung als Rohstoff für die Erzeugung von Bioethanol müssen über normale Anforderungen hinaus hohe Stärkegehalte, Stärkeertäge und Ethanolausbeuten, sowie rasche Vergärbarkeit aufweisen. Im Gegensatz zu Brotgetreide sind hohe Proteingehalte und hohe Kornhärte unerwünscht. Soll die Schlempe verfüttert werden, darf die Mycotoxinbelastung des Rohstoffs nur gering sein.

Produktionsleistung und technische Rohstoffeignung von Weizen und Triticale wurden verglichen. Aus systematischen Feldversuchen wurden Muster gezogen und davon Stärkegehalte, Gärverlaufskurven sowie Ethanolausbeuten bestimmt. Mit diesen Referenzmustern wurde die Eignung vorhandener NIT-Kalibrationen als Schnelluntersuchungsmethode geprüft bzw. wurden solche neu entwickelt. Die Eignung von Schnellmethoden (DON-ELISA) zur Bestimmung der Mycotoxinbelastung von Rohstoffen wurde durch Vergleich mit HPLC-Werten überprüft. Fortgeschrittenes Zuchtmaterial bei Weizen und Triticale wurde in Anlehnung an die geplanten Verfahren der Bioethanolanlage Pischelsdorf im Laborgärversuch, im Fermenter und bis hin zum Technikumsmaßstab charakterisiert. Besonders gut geeignete Genotypen wurden für amtliche Sortenprüfungen ausgewählt, in Zuchtprogrammen bevorzugt weitergeführt und dienten als Eltern für den Aufbau verbesserter Populationen. Die Triticalesorten CALORIUS und TRICANTO wurden im Zuge von GRAINERGY entwickelt. Die Auslobung mehrerer "Ethanolweizen" basiert auf Daten aus GRAINERGY. Über mehrere Jahre und Orte wurden Dünge-Exaktversuche als Grundlage für die Anbauberatung durchgeführt. Im Vergleich zu Brotgetreide hat sich die Produktion von Ethanolgetreide als umweltfreundlich und stickstoffeffizient erwiesen, weil sehr hohe Kornträge in Verbindung mit niedrigen Proteingehalten angestrebt werden. Die Einsatzmöglichkeiten von Trockenschlempe (Actiprot) für die Ernährung von verschiedenen Haustierarten wurden in Fütterungsversuchen untersucht.

Für das Projekt GRAINERGY war in der Saatzucht Donau Herr Dr. Herbert Bistrich zuständig.
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FFG-Projekt Optidur 2006 bis 2011

"Optimierung der Selektionskriterien in der Durumzüchtung in Hinblick auf Qualität"

Logo FFG Die Einführung des Qualitätsindex war der Ausgangspunkt für das Projekt Optidur. Die daraus resultierenden Verschiebungen im Anbau und in der Gewichtung der Sorteneigenschaften sollten auch in der Züchtung Berücksichtigung finden. Die bisher angewandten Methoden der Qualitätsselektion wurden neu evaluiert und in Zusammenarbeit mit Durumverarbeitern und der Ages auf ihre Aussagekraft hin untersucht. Die Schwerpunkte lagen dabei auf den Merkmalen des Qualitätsindex (v.a. Protein und Gelbpigmentgehalt) und anderen Qualitätsmerkmalen (Dunkelfleckigkeit, Stärke/Auswuchs, Fusariumtoxine, Geschmack). Letztendlich gab es den Qualitätsindex nur bis 2008, danach verschob sich die Wertigkeit der Qualitätsparameter. Der Q-index hatte die Proteinqualität in einer Weise überbetont, die nicht der Praxis entsprach. Erfahrung aus fünf Jahren intensiver Qualitätsuntersuchung
  • Proteingehalt ⇒ so hoch wie möglich, NIR-Bestimmung
  • Proteinqualität ⇒ mittleres Niveau genügt, junge Generation – SDS-Sedimentationswert, genauer mit Glutenindex/Glutograph
  • Gelbpigmentgehalt ⇒ so hoch wie möglich, mindestens Niveau Floradur
  • Hektolitergewicht ⇒ so hoch wie möglich, Kompromisse bei diesem Merkmal rächen sich in einem Jahr mit widrigen Erntebedingungen auch durch schlechte Saatgutqualität und niedrige Fallzahlen
  • Tausendkorngewicht ⇒ mittel bis hoch für bessere Stresstoleranz
  • Fusariumtoleranz ⇒ derzeit keine wirklich guten Resistenzen im Durum vorhanden, Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Forschung auf diesem Gebiet (ifa-Tulln)

Für das Projekt OPTIDUR war in der Saatzucht Donau Frau Dr. Julia Lafferty zuständig.



ETB 2006-020 SHORTWHEAT 2006 - 2009

Titel: "Markergestützte Selektion von kurzhalmigen fusariumresistenten Weizenlinien"

Im Rahmen eines EuroTransBio-Projekts, das von der EU gefördert wurde, bestand die Aufgabe der Einführung von halmverkürzenden (rht)-Allelen mittels rekurrenter Rückkreuzung in langstrohige, fusariumtolerante Weizensorten zur Herstellung von Populationen mit ertragreichen, aber wenig anfälligen Hochertragstypen mit verbesserter Standfestigkeit. Das wichtigste Ziel dabei war die Durchbrechung der erhöhten Fusariumanfälligkeit bei Sorten, die Rht-Allele besitzen. Dabei zeigen Träger des Rht-D1b-Allels den höchsten Befallsgrad gefolgt von Rht-B1b und Rht8.

Beteiligte Partner:
  • Saatzucht STRUBE (STRU), D
  • BAZ (Bundesanstalt f. Züchtungsforschung) – 2008 umbenannt in JKI (Julius-Kühn-Institut)-Quedlinburg, D
  • SAATENUNION-Labor, D
  • SU- RECHERCHE, F
  • SAATZUCHT DONAU (SZD), A (mit Subkontraktnehmer IFA-TULLN, Inst. f. Biotechnologie in der Pflanzenproduktion)
Ein jährliches Sortiment von insgesamt 80 Genotypen der 3 beteiligten Züchterfirmen wurden sowohl phänotypisch mit künstlicher Fusariuminokulation an 5 Orten als auch genotypisch mit geeigneten SSR-Markern analysiert. Dabei wurden in Quedlinburg neue Marker getestet und selektiert. Daraus wurden Kandidaten für das gemeinsame Kreuzungsprogramm mit nachgelagerter DH-Linien-Produktion und weiterer markergestützter Selektion entnommen. Damit konnte das Material von ursprünglich 9 auf lediglich 4 interessante Populationen für BC1 und BC2 rasch eingeschränkt werden. Dabei diente die fusariumtolerante Sorte MIDAS von SZD und PHÖNIX von STRU als Partner für verschiedene rht-Donoren. Auch die photoperiodische Insensivität wurde mittels Ppd-D1-Marker im SU-Labor analysiert und in der Selektion mitberücksichtigt.

Die erhaltenen DH-Linien (3 bis 30 je Population) mit den erwünschten Genkombinationen wurden zum Projektende bei den Ursprungszüchtern in Vermehrung gestellt und sollen anschließend in mehrortigen Leistungsprüfungen in die gängige Materialentwicklung für neue Sorten integriert werden.

Für dieses Projekt waren bei der Saatzucht Donau Frau Dr. Franziska Löschenberger und
Herr DI Anton Neumayer hauptverantwortlich.



FUCOMYR –EU Projekt  2001 – 2005

Titel: "Novel tools for developing Fusarium resistant and toxin free wheat for Europe"

Weizenähre mit Fusariumbefall, Foto DI Köppl, LWK OÖ Innerhalb des EU-Projektes FUCOMYR werden innovative Methoden entwickelt, die eine Selektion auf Fusariumtoleranz für Weizenzüchter vereinfachen werden. Sowohl in vitro Resistenztestungen als auch molekulare Marker gehören zu diesen Methoden.

Außerdem wird ein umfangreiches Sortiment von Sommer- und Winterweizen in verschiedenen Umwelten unter naturnahen und künstlichen Inokulationsbedingungen über mehrere Jahre getestet und u.a. die Mykotoxinbildung untersucht. Dieses Sortiment wird auch molekular charakterisiert, um Hinweise auf bestimmte genetische Zusammenhänge zur Fusariumtoleranz und Mykotoxinbildung klären zu können. Außerdem werden zahlreiche molekulare Marker im Weizengenom lokalisiert.

Das Projekt enthält auch einen grundlagenorientierten Ansatz, in dem bestimmt Gene aus der Bäckerhefe als molekulare Marker bei Weizen genutzt werden. Die aus diesen Arbeiten resultierenden Ergebnisse können dazu genutzt werden, die Markerentwicklung bei Weizen für Fusariumtoleranz signifikant zu beschleunigen

Überblick über beteiligte Partner und Arbeitsgruppen:
P1 = IFA-Tulln, A
P2 = SEJET Planteförädling, DK
P3 = SAATZUCHT DONAU, A  *)
P4 = SAATENUNION-Labor, D
P5 = CEREAL RESEARCH non profit Co.-Szeged, H
P6 = UNIVERSITY COLLEGE Dublin, IRL
P7 = ZAG (Zentrum f. angewandte Genetik)-BOKU, A
P8 = JOHN INNES CENTER, UK

*) Von SZD ist für die Durchführung hauptverantwortlich DI Anton Neumayer mit Assistenz von 1 Techniker unter Mitwirkung von Dr. Franziska Löschenberger, Dr. Julia Lafferty.

  1. Gruppe:  Phänotypisches Erfassen von Ährenfusarium-Resistenz und seiner Komponenten in Weizen:

    a) mittels Inokulation an einem Screening-Sortiment (2.-4. Jahr), sP1, P2, P3, P5.
    b) mittels Inokulation an 3 Kartierungspopulationen (1.-3. Jahr), P1, P5, P8.
    c) Ermittlung der Typ-III-Resistenz (Trichothecenbildung), P1, (1. – 4. Jahr).

  2. Gruppe: Molekulargenetische Charakterisierung der Ährenfusarium-Resistenz bei Weizen:

    a) Kartierung mit QTLs  in Spaltungspopulationen (1.-2. Jahr), P1, P8.
    b) Markeranalyse des Screening-Sortiments (1.-4. Jahr), P4, P7, P8.

  3. Gruppe: In vitro Selektionsmethoden und Resistenzgenbestimmung für Weizenfusarium:

    a) Neue In vitro Strategie für frühzeitige Selektion auf Fusariumresistenz (1.-4. Jahr), P6.
    b) Identifikation von Genen für Fusariumresistenz, Mykotoxinbildung und Toxinabbau (1.-4. Jahr), P6, P7, P8.
    c) Identifikation von Genen zur Verhinderung von Pilzwachstum und Toxinbildung (1.-4. Jahr), P7, P8.
Weitere Informationen unter: www.ifa-tulln.ac.at


Biozüchtung

Weizen Um der ständigen wachsenden Bedeutung wachsenden Bedeutung des biologischen Landbaus in Österreich und vielen anderen europäischen Ländern Rechung zu tragen, arbeitet die SAATZUCHT DONAU seit dem Jahr 2001 auch an der Züchtung und Entwicklung von speziell für biologische Anbaubedingungen geeigneten Sorten. Schon vor dem Jahr 2000 zeigten Sorten aus den Zuchtstationen Probstdorf bzw. Reichersberg sehr gute Eignung für diese Nutzungsrichtung wie z.B. die Winterweizen CAPO (seit etwa 20 Jahren führende Sorte im Bioanbau in Österreich und diversen europäischen Ländern) und SATURNUS oder die Sommergersten EUNOVA und MODENA.

SGSO " Österreichisches Saatgut-/Sortenprojekt für den Biolandbau 2004-2009

Im Rahmen des von der Bio Forschung Austria koordinierten und vom Landwirtschaftsministerium unterstützen Projektes wurden zum einen Selektionsparameter für Bio Sorten entwickelt und zum anderen breite Sortenentwicklungsversuche bei Winterweizen und Sommergerste auf Biobetrieben in verschiedenen klimatischen Regionen Österreichs durchgeführt. 2004 und 2005 wurden mit PIRENEO, AUROLUS und STEFANUS die ersten 3 Winterweizen auf Basis einer ausschließlichen Biowertprüfung in die österreichische Sortenliste eingetragen. Diese drei Sorten waren damit auch die ersten Sorten in der EU, die Ihre Zulassung nur auf Basis einer biologischen Leistungsprüfung erhalten haben. PIRENEO, der auch über höchste Backqualität verfügt, wurde auf Basis der EU-Sortenliste von Partnerfirmen in Frankreich und Deutschland im Bio-Bereich vermarktet.

Es folgten 2008 die Sorte PEPPINO, 2011 TOBIAS, 2013 die Erhaltungssorte GREGORIUS, 2014 und 2015 die beiden Rotweizen MERLOT und CERASO und 2016 die Zulassung der Qualitätsweizensorte ARMINIUS auf Basis der Bio-Wertprüfung in Österreich.

Der besonders hochqualitative TOBIAS wird derzeit mit großem Erfolg im Ökolandbau in Deutschland angebaut. Die Premium-Qualitätsweizensorte ADESSO ist in Österreich aufgrund konventioneller Wertprüfung seit 2012 zugelassen, im Frühjahr 2016 wurde ADESSO auf Basis der ÖKO-Wertprüfung durch das Bundessortenamt auch in die Deutsche Sortenliste aufgenommen.

Das Konzept der Saatzucht Donau zur Züchtung für den Biolandbau wurde von Löschenberger et al publiziert in Euphytica (2008) 163: 469-480:

Abstact


2001-2005 FFG Projekt MAS – Markergestützte Selektion in der Getreidezüchtung

In Rahmen diese Projektes kommt in Österreich erstmals die markergestützte Selektion (MAS) in der praktischen Züchtung zur Anwendung. Am Beispiel der Gelbmosaikvirus-Resistenz der Wintergerste und der Fusariumresistenz im Weizen wurde ein effizientes System der molekularen Analyse im großen Umfang etabliert und die Verwendung molekularer Marker in den herkömmlichen Züchtungsablauf integriert. In der Wintergerste ist dies der einzige Weg virusresistente Sorten zu züchten, da in Österreich ein Auftreten von Gelbmosaikvirosen noch nicht nachgewiesen wurde.

Aufgrund geänderter Anbaumethoden ist, unabhängig von jährlichen Witterungsschwankungen, mit einer Zunahme des Fusariumdruckes zu rechnen. Diese Pilzerkrankung führt einerseits zu Ertrags- und Qualitätsverlusten, andererseits stellen die gebildeten Mycotoxine eine Gesundheitsgefährdung dar.

Im Durum gibt es gar keine Resistenz dagegen, im Weizen sind die bisherigen Selektionsmethoden langwierig und nur in fortgeschrittenen Generationen einsetzbar. Molekulare Marker ermöglichen ein frühzeitiges Selektieren auf die erwünschten Resistenzgene und ein Einschränken des Zuchtmaterials auf die erwünschten Genotypen, bevor mit resourcenintensiven Feldtests begonnen wird.

In einem fünfjährigen Kreuzungs- und Rückkreuzungsprogramm wurden markergestützt Resistenzen aus exotischem Material in angepaßte Zuchtlinien eingebracht, die in Folge der Sortenentwicklung dienen. Zur Beschleunigung des Zuchtablaufs wurden so weit wie möglich auch die DH-Techniken bzw. Zwischengenerationen in Chile eingesetzt.



BARRACCUDA – EU Projekt (CRAFT 1999-70866)

Titel: Resistance Breeding against the Barley Leaf Spot Complex - a new barley disease in Europe (Resistenzzüchtung gegenüber dem Blattfleckenkomplex bei Gerste - einer neuartigen Gerstenkrankheit in Europa)

Laufzeit: 2002-2003
Projektleitung: DI Andreas Fleck (verantw. Züchter), DI Johann Birschitzky ( Koordinator)
Scientific Officer (EU-Kommission): Dr. Guillermo Cardon

Projektpartner:
Saatzucht Donau GesmbH & Co KG , A, einreichendes und koordinierendes KMU
Saatzucht Josef Breun GdbR, D, einreichendes KMU
Pajbjergfonden, DK, einreichendes KMU
Universität für Bodenkultur Wien, Department IFA-Tulln, A, Forschungsauftragsnehmer

Beschreibung:
Die Bedeutung neuartiger Blattflecken an der Gerste hat in den vergangen Jahren stetig zugenommen. Eine alleinige Ursache für diese Flecken konnte bisher nicht identifiziert werden und es werden werden nach wie vor neben sortenspezifischer Neigung zur Ausprägung von physiologischen Blattflecken (PLS-Flecken), "Sonnenbrand" infolge erhöhter UV-Einstrahlung (nichtparasitäre Blattverbräunung = NBV), Schäden durch bodennahes Ozon sowie der Pilz Ramularia collo-cygni (Ramularia Blattflecken oder Sprenkelkrankheit) als Gründe genannt. Am Feld können all diese Blattflecken gemeinsam auftreten und sind visuell nur sehr schwer (oder gar nicht) voneinander unterscheidbar.

Für eine verbesserte Diagnose von Ramularia collo-cygni in frühen Befallsstadien wurden im Projekt diagnostische DNA-Marker entwickelt (Details auf Anfrage erhältlich). Im Rahmen von zweijährigen mehrortigen Feldversuchen wurden weit mehr als tausend verschiedene Genotypen auf ihre Anfälligkeit gegenüber dem Blattfleckenkomplex geprüft. Hierbei zeigte sich eine quantitative Variabilität der Ausprägungsstufe und signifikante Sortenunterschiede konnten nachgewiesen werden.

Neue entdeckte Resistenzquellen wurden als Kreuzungspartner für die Herstellung von mehr als 7000 neuen doppelhaploiden Gerstenlinien genützt. Diese Linien bilden den Ausgangspunkt für ein kommerzielles Zuchtprogramm, von dem die Entwicklung und Zulassung von Sorten mit verbesserter Widerstandsfähigkeit erwartet werden kann.